Battlelore Command
Battlelore Command

Battlelore Command (1)

Mittwoch, den 26. November 2014 um 08:48 Uhr

BattleLore Command - erster Eindruck der digitalen Version

Autor: DamonWilder

Angriff der DaqanEs war Sommer als Fantasy Flight Games einen heißen Winter und die digitale Umsetzung von BattleLore 2nd Edition auf der Gen Con versprach. Und auch wenn, wie Guido es richtig feststellte, der Winter noch nicht ganz vor der Tür steht, hat uns FFG ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk gemacht und die BattleLore - Command - App auf unser mobiles Endgerät gelegt. Erhältlich ist die App bereits für iOS und Android; eine PC - Umsetzung ist angekündigt.

Was ist drin?

Also schnell die App in den Warenkorb, ab nach Hause, Folie runter und reingeschaut. In der App-Variante erwarten uns zwei verschiedene Spielmodi: den Hauptbestandteil macht der Kampagnenmodus aus. Dazu gleich mehr. Zum anderen gibt es noch den Skirmish-Modus, den man wahlweise gegen die CPU oder einen menschlichen Gegner in gleichen WLAN-Netzwerk spielen kann. Dieser Modus enthält fünf unterschiedliche Szenarien: z.B. Deathmatch (vernichte alle gegnerischen Einheiten), capture the flag (erobere ein besonderes gegnerisches Feld) oder aber innerhalb von drei Runden ein vorgegebenes Ziel zu erreichen. Im Skirmish-Modus kann man sowohl die Daqan-, als auch die Uthuk-Fraktion spielen.
Ein Button für zukünftige Erweiterungen ist schon vorgesehen, bisher ist hier allerdings nichts zu sehen.

Ich habe die App auf einem iPad 4 gespielt und hier lief sie sehr flüssig. - Zu anderen Geräten kann ich nichts sagen, ein aktuelleres Gerät ist aber sich notwendig. Die Android-App benötigt darüber hinaus mindestens Android 4.0.

Kommen wir zum Herzstück der App - dem Kampagnenmodus. Die längst vergessenen Uthuk greifen plötzlich Terrinoth an und versuchen die Daqan zu überrennen. Bauerndörfer werden geplündert, Militärcamps überfallen, usw. Die Aufgabe des Spielers ist es nun, als Daqan-Kommandeur das Land gegen die einfallenden Horden zu verteidigen. Die Kampagne setzt sich aus fortlaufenden Szenarien zusammen, am Ende bekommt man für jedes gewonnene Szenario neue Einheiten, die man dann im nächsten Szenario einsetzen kann. Dabei verläuft die Handlung nicht immer linear, manchmal muss der Spieler eine Entscheidung treffen: verteidige ich die Schafherden der umliegenden Bauernhöfe oder hindere ich die Uthuk daran, wertvolle Energiekristalle zu stehlen? Der Schwierigkeitsgrad der aufeinanderfolgenden Szenarien steigert sich immer mehr. Den Anfang macht ein kleines einfaches Tutorial, in dem der Spieler die Grundbegriffe und -mechaniken des Spiels kennenlernt, anschließend werden neue Sonderfähigkeiten eingeführt und später muss der Spieler dann schon möglichst gutes strategisches Planen an den Tag legen. Denn wie im normalen Brettspiel muss der Spieler vor dem ersten Spielzug seine Armee zusammenstellen und auf dem Spielfeld platzieren. Anfangs stehen ihm dafür nur die Zitadellenwachen und Bogenschützen zur Verfügung, später erhält der Spieler noch Flussreiter, Runengolems und die berüchtigten Roc-Krieger. Die taktische Varianz und Anforderung wird damit zunehmend größer und die App bleibt abwechslungsreich.

So abwechslungsreich und herausfordernd wie der Einsatz der Einheiten sind auch die einzelnen Szenarienziele: mal muss man Leuchtfeuer entzünden, dann ein paar Runden ein Dorf verteidigen, ein weiteres Mal alle gegnerischen Einheiten vernichten. - Es wird nie langweilig.

Änderungen zum Brettspiel

Ein paar gravierende Unterschiede zum Brettspiel gibt es noch: Dem BattleLore-Veteran springt sofort ins Auge, dass es keinen Kommandokartenstapel gibt. Dafür hat jede Seite einen vorgefertigten Stapel an Bereichskarten (insgesamt sieben), die erstmal weg sind nachdem sie eingesetzt wurden. Alternativ kann ich auch die Option wählen, nur eine Einheit zu aktivieren und anschließend alle Bereichskarten wieder auf die virtuelle Hand zu nehmen. Darüberhinaus gibt es noch die Taktikkarten "Den Himmel verdunkeln" für die Bogenschützen, "Ansturm" für die Infanterie, "Berittener Angriff" für die Kavallerie und individuelle Karten für die Runengolems und Roc-Krieger. Diese Karten lassen sich im ganzen Spiel nur einmal einsetzen, dann sind sie weg. Mit dieser Variante (die so ähnlich auch schon für das Brettspiel empfohlen wird) bekommt das Spiel noch mehr strategische Tiefe und der Glücksfaktor beim Nachziehen der Kommandokarten ist komplett aus dem Spiel.

Die Würfelergebnisse werden - anders als am Brettspiel - automatisch zugeordnet. Würfelergebnisse, die unterschiedliche Eigenschaften auslösen können, z.B. kann die "Überlegene Taktik" der Zitadellwachen nicht als Treffer gewertet werden, sondern wird automatisch in einen Rückzug umgewandelt. Das waren im Großen und Ganzen aber auch die einzigen Änderungen gegenüber dem analogen Vorbild.

Fazit

Nach ein paar Runden und dem ersten oberflächlichen Eindruck kann ich nur - wie sollte es anders sein - beide Daumen nach oben heben. Wer seit Jahren auf eine ähnliche gute C&C-Umsetzung wie Memoir '44 von Days of Wonder gewartet hat, wird mit einer großartigen App belohnt. Allein, dass es keine Online-Variante gibt, trübt den hervorragenden Eindruck etwas ein. - Auf lange Sicht wird FFG da wohl aber nicht drum herum kommen, immerhin heißt in in der dazugehörigen FAQ: "however we are investigating the possibility of online play to include in a future update."

Sobald ich die App noch ausführlicher getestet habe, werde auch ich hier Updates einspielen.

Euer DamonWilder