Zu den Waffen

Zu den Waffen - Überblick

»Zu den Waffen bietet Ihnen eine neue Methode, Ihre selbst zusammengestellten Truppen und Armeen aufmarschieren zu lassen. Bei den meisten Miniaturenspielen kommen die Armeen an vorgegebenen Orten ins Spiel. Im Gegensatz dazu nutzt „Battlelore“ ein neues, durch Karten gesteuertes System, um die Armeen aufmarschieren zu lassen. Im Mittelpunkt dieses Mechanismus stehen Aufmarschkarten, Spezialistenkarten und Lehensaufgebotsplättchen.

In der spätmittelalterlichen Kriegsführung gab es in der Regel verschiedene Aufstellungen der Armeen für die Bataillone oder Posten: Die Marschabteilungen untergliederten sich in die entsprechend geführte Vorhut, die Hauptarmee sowie die Nachhut. War der Feind erreicht, marschierten die Kampftruppen nebeneinander auf, wobei die Vorhut sich auf die rechte Seite des Schlachtfels stellte, die Hauptarmee in der Mitte blieb und die Nachhut links Aufstellung bezog.

Die in dieser Erweiterung vorgestellten Aufmarschmechanismen orientieren sich stark an den Aufmarschtaktiken aus alten Zeiten. Und Ihnen bescheren Sie eine Menge Spaß sowie eine unterhaltsame Möglichkeit, Ihre Truppen zusammenzustellen und Ihre Armeen aufmarschieren zu lassen.«

Kurzbeschreibung

„In Stellung gehen“ heißt es bei der ersten offiziellen Erweiterung von BattleLore aus dem Hause Days of Wonder, jetzt FantasyFlightGames mit dem deutschen Vertrieb vom Heidelberger Spieleverlag, denn zu dem Grundbausatz des Systemspiels kommt jetzt die Möglichkeit hinzu, dass der Spieler keine vorgegebenen Aufmärsche der Einheiten mehr braucht. Jetzt zählt neben einer kleinen Partie Glück das strategische Aufstellen der Einheiten. Platzierung von Vorhut, Nachhut und Hauptarmee wollen sorgfältig überlegt sein. Auch die Reserve darf nicht vergessen werden. Der Blick auf die Kreaturen, auf mögliche Lehensaufgebotsplättchen und mehr machen das Spiel abwechslungsreicher, spannender und kniffliger.

BattleLore: Zu den Waffen ist eine Erweiterung des Basisspiels BattleLore und kann nur damit gespielt werden. Die Verwendung dieser Erweiterung kann man in 2 Varianten anwenden: Stegreifmodus oder organisierter Modus – dazu weiter unten mehr.

Mehr zum Inhalt

Die Aufmarschkarten:

Es gibt zwei Sätze von je 21 Karten für jeden Spieler. Jeder Satz unterteilt sich abermals in 3 Sätze (A, B und C) zu je 7 Karten. Auf diesen Karten sind die Symbole der Einheiten zu sehen, die in den Krieg geschickt werden (können). Auf der Karte erkennt man einen Bereich, sowie die Aufstellung der Einheiten. Mit Blick auf die Geländegegebenheiten sollte die Aufstellung klug, listig und vorteilhaft gewählt werden. Da das Spiel aus 3 Bereichen besteht, werden Vorhut (rechts), Hauptarmee (Mitte) und Nachhut (links) verdeckt ausgelegt und dann preisgegeben. Nach der Aufstellung des Schlachtfeldes kommt noch eine Reserve ins Spiel. Insgesamt stehen dem Spieler 4 Karten zur Verfügung, die er verteilen kann – 3 für die Bereich und 1 für die Reserve.

Mit der Erweiterung BattleLore: Die schreckliche Horde, BattleLore: Bärtige Krieger und BattleLore: Der Ritterkodex kamen noch weitere Aufmarschkarten hinzu. Diese werden in den Rezension der Erweiterungen beschrieben.

Die Spezialistenkarten:

In der Erweiterung gibt es 4 historische und 6 magische Sonderkarten, die einen Vorteil für den Spieler beinhalten. So kann er von Langbögen, oder von Pfählen der Bogenschützen profitieren, während der andere aus seiner Reserve mehr Einheiten, zum Beispiel versetzt aufmarschieren lassen kann.
In Machtszenarien kann man neben Söldnern auch eine spezifische, dem Kriegsmeister angepasste Sonderkarte spielen, die das Spiel gleich von Anfang an interessanter, wenn nicht sogar offensiver gestaltet.
Die jeweiligen Vorteile der Sonderkarten entnimmt man einfach dem Text der Karte. Es ist aber festzuhalten, dass ein strategisches und gezieltes Ausspielen zu enormen Vorteilen verhelfen kann. Starke Karten für starke Krieger!

In den Erweiterungen BattleLore: Der Hundertjährige Krieg, BattleLore: Kobold Scharmützler, BattleLore: Kobold Plünderer, BattleLore: Zwergen Bataillon, BattleLore: Die schottischen Kriege, BattleLore: Die schreckliche Horde, BattleLore: Bärtige Krieger und BattleLore: Der Ritterkodex sind weitere Spezialistenkarten enthalten. Diese werden in der Rezension der entsprechenden Erweiterung beschrieben.

Spielvorbereitung

Der Stegreifmodus

Zuerst wird, wie auch im Regelheft beschrieben, das Schlachtfeld aufgebaut. Man kann ein Szenario wählen, dass es schon gibt, oder aber man einigt sich im Gespräch auf ein selbst gestaltetes Schlachtfeld. Allerdings wird das Feld ohne Figuren aufgebaut, denn diese kommen erst gleich ins Spiel.

Jeder Spieler erhält die drei Sätze Aufmarschkarten seines Lagers (Wimpel oder Standarte). Jeder wählt einen Satz aus und mischt ihn. Ganz wichtig ist, dass man nicht die Sätze vermischt, im Stegreifmodus erhält jeder einen Satz, niemals einen gemischten Satz. Nachdem die Karten gemischt wurden, zieht jeder 4 Karten verdeckt, die angeschaut werden. Man hat somit 3 Bataillone und eine Reserve. Nun werden die Karten verteilt, jeder Flügel wie auch die Mitte erhalten je eine Karte, die die aufmarschierenden Truppen zeigen. Bitte verdeckt vor den Spielplan legen, denn der Gegner darf nicht sehen, welche Truppen aufmarschieren werden – noch nicht. Die vierte Karte wird bei Seite gelegt, die ist wie gerade schon erwähnt, die Reserve. Zuerst wird die rechte Seite aufgedeckt, dies ist die Vorhut. Jeder Spieler stellt die vorgegebenen Truppen auf, allerdings ist hier auf das gegebene Gelände zu achten. Unpassierbares Gelände darf nicht besetzt werden. Sollte unpassierbares Gelände „im Weg“ sein, so wird die Einheit auf der Grundlinie (also die unterste Reihe) positioniert. Sollte kein Platz mehr sein, so muss der Spieler leider auf diese Einheit verzichten. Mit den beiden übrig gebliebenen Karten wird genauso verfahren.

Nachdem beide Spieler die Karten umgedreht und die Truppen aufmarschiert haben lassen, darf der Kundschafter vorauseilen. Der Spieler, der mehr grüne Einheiten besitzt, darf den Gegner ausspähen. Bei Gleichstand wird mit 6 Würfeln gewürfelt, der jenige, der mehr grüne Helme hat, ist Startspieler. Der Startspieler darf zuletzt seine Reserve aufmarschieren lassen. So darf der Gegner zuerst genau 2 (!!!) Einheit von seiner Reservekarte aufmarschieren lassen. Die Wahl ist ihm überlassen, sie dürfen jedoch nur auf der Grundlinie aufmarschieren. Anschließend ist der Startspieler dran. Nachdem die Aufstellung erfolgt ist, kann der Kriegsrat aufgestellt werden (nicht vergessen, bei einer Kreatur kommt eine Scheibe auf die Kreaturentafel).

Die weitere Aufstellung und der Spielvorgang wird gemäß den Regeln weitergeführt.

Der organisierte Modus

Bei diesem Modus kommen jetzt noch Lehensaufgebotplättchen und die Spezialistenkarten hinzu. Jeder Spieler erhält je 2 grüne, blaue und rote Lehensaufgebotplättchen. Jeder Spieler erhält nun im Gegensatz zum Stegreifmodus 2 beliebige Sätze an Aufmarschkarten. Diese werden gemischt und wieder werden 4 Karten gezogen. Auch hier darf der Spieler wieder seine Bataillone aufstellen (eine Karte als Reserve).

Wieder werden abwechselnd die Karten aufgedeckt und die entsprechenden Truppen aufgestellt. Sollte der Fall eintreten, dass eine Einheit nicht mehr zur Verfügung steht, da durch das Mischen von verschiedenen Sätzen die Anzahl der Einheiten verändert wird, so wird stattdessen ein Lehensaufgebotplättchen auf das Feld gelegt. Dies soll später noch von entscheidender Bedeutung sein.

Auch jetzt wird wieder der Kundschafter ausgesandt, und der Startspieler wird bestimmt. Der Gegenspieler darf zuerst seine Reserve (genau 2) aufmarschieren lassen, und dann seine Lehensaufgebotplättchen ersetzen. Er darf also für diese Farbe des Plättchens eine beliebige gleichfarbige Einheit aufmarschieren lassen (man kann also statt einer roten Infanterie-Einheit eine rote Kavallerie-Einheit aufmarschieren lassen). Dann ist der Startspieler dran, der das Gleiche vollrichtet.

Danach wird der Kriegsrat einberufen, entweder einen mittelalterlichen oder einen Machtrat. Danach werden die Spezialisten einberufen. Jeder Spieler wählt bis zu 2 Spezialistenkarten (die erste Karte wird vom Startspieler gewählt, dann wählt der Gegner 2 Karten, die letzte wieder vom Startspieler). Die Spezialistenkarten werden ausgeführt (folgt dem Text auf der Karte), und die Vorbereitung des Spiels ist beendet! Das Spiel kann beginnen.

Urteil

Die Erweiterung BattleLore: Zu den Waffen ist wirklich eine nette Abwechslung zum bisherigen Spiel, da das Aufmarschieren wirklich das Spielgeschehen verändern kann. Besonders die Spezialistenkarten können ganz schön gemein und überraschend wirken, denn bei einem gezielten Einsatz kann der Spieß sehr schnell umgedreht werden. Die Spezialistenkarten sind das Salz in der Suppe und bereichern das Spiel enorm. Während sich das Spiel beim Aufbau gestaltet, kann man vom Terrain abhängig seine Formation mit den entsprechenden Spezialistenkarten verändern und anpassen. Somit sollten diese Karten eher von BattleLoreerfahrenden Spielern gespielt werden. An dieser Erweiterung ist alles gelungen, wenn auch die Lehensaufgebotplättchen recht selten zum Einsatz kommen. Weiter haben die vielen Spiele gezeigt, dass ein doppelter Satz der Aufmarsch- und Spezialistenkarten diverse Vorteile hat. Somit ist es auch möglich gleichstarke Einheiten zu tauschen und aufmarschieren zu lassen. Allerdings werden dann auch Lehensaufgebotsplättchen oder sogar Erweiterungen in doppelter Ausführung von Nöten. Trotz alle dem ist diese Erweiterung wirklich gut und bietet eine gelungene Variante zum Spiel. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist aufgrund der einsatzfähigen Vielfalt wirklich gut.

Aktualisiert: Freitag, den 03. Juni 2011 um 22:30 Uhr